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    <title>Proust Blog (Reading A La Recherche Du Temps Perdu)</title>
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    <description>Reading A La Recherche Du Temps Perdu</description>
    <dc:publisher>danielgruen</dc:publisher>
    <dc:creator>danielgruen</dc:creator>
    <dc:date>2008-01-06T09:23:37Z</dc:date>
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    <title>Proust Blog</title>
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    <title>Auftauchen des reitenden Boten</title>
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    <description>Marcel denkt nach auf dem Weg zur Soiree und alles scheint ihm sinnlos geworden zu sein - die Literatur, seine geistigen Bemühungen, alle Freuden, kurzum: das Leben. Da... (und ich verspreche Ihnen, Sie werden es nicht bereuen, den folgenden längeren Abschnitt zu lesen):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;In dem Augenblick aber, in dem uns alles verloren scheint, erreicht uns zuweilen die Stimme, die uns retten kann; man hat an alle Pforten geklopft, die auf gar nichts führen, vor der einzigen aber, durch die man eintreten kann, und die man vergeblich hundert Jahre lang hätte suchen können, steht man, ohne es zu wissen, und sie tut sich auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich die traurigen Gedanken, von denen ich eben sprach, noch in mir bewegte, war ich in den Hof des Guermantesschen Palais eingetreten und hatte in meiner Zerstreuung nicht bemerkt, dass ein Wagen sich näherte; beim Anruf des Chauffeurs hatte ich nur gerade noch Zeit, rasch auf die Seite zu springen. Ich wich so weit zurück, dass ich unwillkürlich auf die schlecht behauenen Pflastersteine trat, hinter denen eine Remise lag. In dem Augenblick aber, als ich wieder Halt fand und meinen Fuß auf einen Stein setzte, der etwas höher war als der vorherige, schwand meine ganze Mutlosigkeit vor der gleichen Beseligung dahin, die mir zu verschiedenen Epochen meines Lebens einmal der Anblick von Bäumen geschenkt hatte, die ich auf einer Wagenfahrt in der Nähe von Balbec wiederzuerkennen gemeint hatte, ein andermal der Anblick der Kirchtürme von Martinville oder der Geschmack einer Madeleine, die in einen Teeaufguss eingetaucht war [...]. Wie in dem Augenblick, in dem ich die Madeleine gekostet hatte, waren alle Sorgen um meine Zukunft, alle Zweifel meines Verstandes zerstreut. Die Bedenken, die mich eben noch wegen der Realität meiner literarischen Begabung, ja der Literatur selbst befallen hatten, waren wie durch Zauberschlag behoben. Ohne dass ich irgendeine neue Überlegung angestellt oder irgendein entscheidendes Argument gefunden hätte, hatten die soeben noch unlösbaren Schwierigkeiten alles Gewicht verloren. Diesmal aber war ich fest entschlossen, mich nicht damit abzufinden, dass ich nie das &quot;Weshalb&quot; kennen würde, wie ich es an jenem Tag getan hatte, an dem ich die in Tee getauchte Madeleine auf der Zunge verspürte. Die Beseligung, die ich eben empfunden hatte, war tatsächlich ganz die gleiche wie diejenige, die ich beim Geschmack der Madeleine gefühlt und deren tiefe Gründe zu suchen ich damals aufgeschoben hatte. Der auf das Gegenständliche beschränkte Unterschied lag in den Bildern, die dadurch heraufbeschworen wurden; ein tiefes Azurblau berauschte meine Augen, Eindrücke von Kühle, von blendendem Licht wirbelten um mich her, und in meinem Verlangen, sie zu erfassen, ohne dass ich deswegen eher mich zu rühren wagte als damals, da ich den Geschmack der Madeleine wahrnahm und versuchte, bis zu mir vordringen zu lassen, was er mir ins Gedächtnis rief, blieb ich ohne Rücksicht darauf, ob ich die zahlreich versammelte Schar der Chauffeure zum Lachen reizte, in schwankender Haltung stehen, wie ich es eben schon getan hatte, während mein einer Fuß auf dem hohen Pflasterstein, der andere auf dem niedrigen ruhte. Sooft ich nur rein materiell dieses gleiche Auf- und Abtreten vollzog, blieb es ergebnislos für mich; sobald es mir aber gelang, die Matinee bei den Guermantes zu vergessen und wiederzufinden, was ich empfunden hatte, als ich in dieser Weise meine Füße aufsetzte, war mir von neuem die undeutlich aufblendende Vision ganz nahe und schien zu mir zu sagen: &quot;Hasche mich, wenn du die Kraft in dir hast, und versuche das Rätsel des Glücks, das ich dir aufgebe, zu lösen.&quot; Fast gleich darauf erkannte ich sie: er war Venedig, [...] eine Empfindung, wie ich sie einst auf zwei ungleichen Bodenplatten im Baptisterium von San Marco gehabt hatte.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Die wiedergefundene Zeit&lt;/b&gt;, Bd. 3/3, S. 3954ff&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Falls Sie die vorangegangenen 3944 Seiten tatsächlich gelesen haben, und falls nicht kann ich das Ihnen an dieser Stelle nur nochmals wärmstens empfehlen, dann versetzt Sie diese Passage und das meiste des Folgenden vermutlich ebenso in eine kaum in Worte zu fassende Hochstimmung. Ernsthaft, das ist hier kein Feuilleton-Blah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Moment, da ich sie abtippe, kann ich schon nicht mehr ganz nachvollziehen, &lt;i&gt;wie oft&lt;/i&gt; ich diese Passage nun schon gelesen, vor mich hingesprochen, vorgelesen, durchblättert habe. Und das Gefühl kommt immer wieder auf. Ich würde gerne noch länger zitieren, am besten die nächsten zehn Seiten oder so, aber Sie wissen schon, Copyright; und ich bin ja auch keine Marathon-Schreibkraft; und ich wüsste auch ehrlich gesagt bislang gar noch nicht recht, wo aufhören. Ich schätze, Sie bekommen bald noch mehr zu lesen, wenn Marcel seine Empfindungen näher untersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schon wahr, die reitenden Boten des Königs kommen sehr selten. Aber dieser hier, das können Sie mir glauben, hat es in sich.
&lt;hr /&gt;
Marcel thinks about life, the universe and everything on his way to the soiree, end all of the above seems to be devoid of sense - literature, his own attempts to intellectual achievement, pleasures, in short: life is senseless. Until... (and I promise, you won&apos;t regret reading the following lengthy passage):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt; But sometimes illumination comes to our rescue at the very moment when all seems lost; we have knocked at every door and they open on nothing until, at last, we stumble unconsciously against the only one through which we can enter the kingdom we have sought in vain a hundred yearsand it opens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reviewing the painful reflections of which I have just been speaking, I had entered the courtyard of the Guermantes mansion and in my distraction I had not noticed an approaching carriage; at the call of the link-man I had barely time to draw quickly to one side, and in stepping backwards I stumbled against some unevenly placed paving stones behind which there was a coach-house. As I recovered myself, one of my feet stepped on a flagstone lower than the one next it. In that instant all my discouragement disappeared and I was possessed by the same felicity which at different moments of my life had given me the view of trees which seemed familiar to me during the drive round Balbec, the view of the belfries of Martinville, the savour of the madeleine dipped in my tea and so many other sensations of which I have spoken [...]. As at the moment when I tasted the madeleine, all my apprehensions about the future, all my intellectual doubts, were dissipated. Those doubts which had assailed me just before, regarding the reality of my literary gifts and even regarding the reality of literature itself were dispersed as though by magic. This time I vowed that I should not resign myself to ignoring why, without any fresh reasoning, without any definite hypothesis, the insoluble difficulties of the previous instant had lost all importance as was the case when I tasted the madeleine. The felicity which I now experienced was undoubtedly the same as that I felt when I ate the madeleine, the cause of which I had then postponed seeking. There was a purely material difference in the images evoked. A deep azure intoxicated my eyes, a feeling of freshness, of dazzling light enveloped me and in my desire to capture the sensation, just as I had not dared to move when I tasted the madeleine because of trying to conjure back that of which it reminded me, I stood, doubtless an object of ridicule to the link-men, repeating the movement of a moment since, one foot upon the higher flagstone, the other on the lower one. Merely repeating the movement was useless; but if, oblivious of the Guermantes reception, I succeeded in recapturing the sensation which accompanied the movement, again the intoxicating and elusive vision softly pervaded me as though it said Grasp me as I float by you, if you can, and try to solve the enigma of happiness I offer you. And then, all at once, I recognised that Venice which my descriptive efforts and pretended snapshots of memory had failed to recall; the sensation I had once felt on two uneven slabs in the Baptistry of St. Mark had been given back to me and was linked with all the other sensations of that and other days which had lingered expectant in their place among the series of forgotten years from which a sudden chance had imperiously called them forth.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Time regained&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
In case you have read the previous 3954 pages (and in case you haven&apos;t I can only recommend it as recommend can), this passage and most of what follows will probably have put you in a kind of elation that&apos;s hard to frame in words. Seriously, this is no feuilleton-speak.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
At this very moment that I&apos;m typing the passage into my computer (yes, Germans are not yet endowed with a public domain translation) I can&apos;t even remember &lt;i&gt;how often&lt;/i&gt; I have read, re-read, read aloud or scanned through these pages. And the feeling keeps on coming again and again. I would love to quote even longer, possibly the next ten pages or so, but you know, this a only a blog and not an e-book after all. Plus I wouldn&apos;t yet know where to stop. So I guess you&apos;ll have more to read in the near future, when Marcel analyses his sensation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brecht is certainly right, messengers on horsebacks are rare, too rare, but this one, I promise, beats them all.</description>
    <dc:creator>danielgruen</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 danielgruen</dc:rights>
    <dc:date>2008-01-06T01:52:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://proust.twoday.net/stories/4586726/">
    <title>Schlüsselstelle</title>
    <link>http://proust.twoday.net/stories/4586726/</link>
    <description>&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Als ich an der Ecke der Rue Royale anlangte, an der früher unter freiem Himmel der Händler mit den bei Francoise so beliebten Photographien gestanden hatte, schien es mir, als könne der Wagen unter dem Zwang von hunderten in gleicher Weise vorgenommenen früheren Wendungen gar nichts anderes tun, als von selbst um die Ecke zu biegen. Ich durchmaß nicht die gleichen Straßen wie die Spaziergänger, die an diesem Tage sich im Freien ergingen, sondern eine gleitende, traurige, weiche Vergangenheit. Diese bestand im Übrigen aus so vielen verschiedenen Vergangenheiten, dass es schwierig für mich war, den Grund meiner Schwermut zu begreifen [...].&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Die wiedergefundene Zeit&lt;/b&gt;, Bd. 3/3, S. 3933&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Marcel, wenn wir ihn so nennen mögen, ist gerade zum zweiten Male aus dem Sanatorium nach Paris zurückgekehrt, da er hier auf der Suche nach einer verlorenen Zeit die Straßen durchschreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sind Sie schon einmal durch einen Ort gegangen (bei mir war es ein ziemliches Kuhdorf, aber eine Stadt tut&apos;s bestimmt auch), aus dem Sie schon seit vielen Jahren fortgezogen sind? Es ist vielleicht nicht ganz richtig, die Erinnerungen, die sich in einem dabei auftun, &lt;i&gt;unwillkürlich&lt;/i&gt; zu nennen, denn wir sind ja schließlich doch recht willkürlich in den Ort der Vergangenheit zurückgekehrt. Aber diese Wiederauferstehung einer vergangenen Gefühlswelt, die wir dabei vielleicht einmal für Momente erleben dürfen, ist wohl genau das, was unser Autor unter einer solchen unwillkürlichen Erinnerung versteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ob sie&apos;s glauben oder nicht, als ich an meiner ehemaligen Wohnung vorbeilief, steckte in der Tür der Schlüssel...

&lt;hr /&gt;

&lt;cite&gt;&lt;i&gt;When I reached the corner of the rue Royale where formerly an open-air street-seller used to display the photographs beloved of Françoise, it seemed to me that the carriage accustomed in the course of years to turning there hundreds of times was compelled to turn of itself. I was not traversing the same streets as those who were passing by, I was gliding through a sweet and melancholy past composed of so many different pasts that it was difficult for me to identify the cause of my melancholy.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Time regained&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Marcel, if that&apos;s how we are to call him, has returned from the sanatorium for the second time and is wandering through the streets of Paris in search of a time lost.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Have you ever tried walking through a village (in my case, it was a real Podunk, but I guess a larger city does the trick just as well), from which you had moved away many years ago? Maybe it&apos;s not quite correct to call the memories that you get while doing that &lt;i&gt;involuntary&lt;/i&gt;, because, after all, we have come back to the place quite voluntarily, actually. But this resurrection of a past emotional experience, which might occur to us for a moment, is probably exacly what the author means when he speaks of involuntary memories.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
And believe it or not, when I walked past the appartment I had formerly lived in, the key was in the lock...</description>
    <dc:creator>danielgruen</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 danielgruen</dc:rights>
    <dc:date>2008-01-05T00:50:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://proust.twoday.net/stories/4578783/">
    <title>Larivière</title>
    <link>http://proust.twoday.net/stories/4578783/</link>
    <description>&lt;cite&gt;&lt;i&gt;In diesem Buche, in dem keine einzige Tatsache berichtet wird, die nicht erfunden ist, in dem es keine einzige Gestalt gibt, hinter der sich eine wirkliche Person verbirgt, in dem alles und jedes je nach Maßgabe dessen, was ich demonstrieren will, von mir erdacht worden ist, muss ich zum Preise meines Landes sagen, dass die Millionärsverwandten unserer Françoise, die ihre Zurückgezogenheit aufgegeben hatten, um ihrer schutzlosen Nichte zu helfen, die einzigen Personen sind, die tatsächlich existieren. Überzeugt davon, dass sie in ihrer Bescheidenheit nicht daran Anstoß nehmen werden, und zwar aus dem Grunde, weil sie dieses Buch niemals lesen werden, zeichne ich hier mit einem kindlichen Vergnügen und von tiefer Rührung bewegt, da ich ja nicht die Namen der vielen anderen zitieren kann, die ebenso gehandelt haben und dank denen Frankreich weiterexistiert, ihren wirklichen Namen auf, den übrigens echt französischen Namen Larivière.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Die wiedergefundene Zeit&lt;/b&gt;, Bd. 3/3, S. 3915f&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Muss schon ein ganz angenehmes Gefühl sein, so in dem &lt;i&gt;Roman&lt;/i&gt; schlechthin genannt zu werden, und dann auch noch mit so überschwänglichem Lob. Die Larivières hatten als Caféhausbesitzer ihr Vermögen gemacht und sich dann, millionenschwer, zur Ruhe gesetzt. Ihr Neffe hatte, wohl vom großen Erfolg seiner Verwandten ermutigt, mit seiner Ehefrau ebenfalls ein kleines Caféhaus eröffnet - bis der Erste Weltkrieg ihm von der Kaffeemühle in die Schützengräben trieb, wo er schließlich fiel. Was sollte also seine junge Frau nun tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, zum Glück war ihr die Unterstützung ihrer angeheirateten Verwandten sicher, die, ungeachtet ihres fortgeschrittenen Alters und ihrer gesellschaftlichen Stellung, über drei Jahre unbezahlt in dem kleinen Caféhaus als Tellerwäscher (oder besser: Tassenwäscher) aushalfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zumindest einen Eintrag in einem Blog des frühen 21. Jahrhunderts wäre das ja sicher wert gewesen. Ansonsten, falls Sie gerade an dem neuen &lt;i&gt;Roman&lt;/i&gt; schlechthin schreiben, nähme ich Angebote als Aushilfe in Ihrem Caféhaus, insbesondere per &lt;a href=&quot;maito:daniel_gruen@web.de&quot;&gt;e-mail&lt;/a&gt; und in Verbindung mit einem sicheren Millionenvermögen, gerne entgegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenige Zeilen später, das sei hier noch etwas unpietistisch angefügt, wird uns die Nachricht vom Tode unseres langjährigen Freundes Robert de Saint-Loup bekanntgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Er war sicher sehr schön gewesen in seinen letzten Stunden. Er, der in diesem Leben [...] immer den Schwung des Angriffs in sich zu tragen schien, war endlich wirklich zum Angriff übergegangen.&lt;/i&gt;&lt;/cite&gt;

&lt;hr /&gt;

&lt;cite&gt;&lt;i&gt;In this book in which there is not a single event which is not fictitious, in which there is not a single personage &quot;a clef&quot;, where I have invented everything to suit the requirements of my presentation, I must, in homage to my country, mention as personages who did exist in real life, these millionaire relations of Françoise who left their retirement to help their bereaved niece. And, persuaded that their modesty will not be offended for the excellent reason that they will never read this book, it is with childlike pleasure and deeply moved, that, unable to give the names of so many others who acted similarly and, thanks to whom France has survived, I here transcribe their name, a very French one, Larivière.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Time regained&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Must be a jolly good feeling, to be reffered to in the &lt;i&gt;novel&lt;/i&gt; per se, and even with this kind of appraisal. The Larivières had made a fortune as coffeehouse owners and then, with many millions, retired. Their nephew had, possibly encouraged by the success of his relatives, also opened a small coffeehouse with his wife - until the outbreak of the First World War lead him from the coffee grinder to the trench, where he eventually died. So what was his young wife to do?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Well, fortunately she could take her husband&apos;s relatives&apos; support for granted, who, despite their advanced age and social position and without being paid, helped her, working as dishwashers (or rather: cup-washers) in the little coffeehouse for three years.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
At least an entry in a blog in early 21st century that would certainly have been worth. Otherwise, in case you&apos;re currently working on the new &lt;i&gt;novel&lt;/i&gt; per se, I would be happy to accept job offers in your coffehouse, especially via &lt;a href=&quot;mailto:daniel_gruen@web.de&quot;&gt;e-mail&lt;/a&gt; and in connection with a nice and safe fortune.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
And shortly after this episode, it should be added despite its being rather sad, we are informed of the death of our old friend Robert de Saint-Loup.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;He must have been very beautiful in those last hours, he who in this life had seemed always [...] to contain within himself the dash of a charge and to disguise smilingly the indomitable will-power centred in his triangle-shaped head when he charged for the last time.&lt;i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/cite&gt;</description>
    <dc:creator>danielgruen</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 danielgruen</dc:rights>
    <dc:date>2008-01-02T21:42:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://proust.twoday.net/stories/4576095/">
    <title>Love is blind</title>
    <link>http://proust.twoday.net/stories/4576095/</link>
    <description>Wir befinden uns unter den Gästen aus Jupiens Hotel, dem manifestierten Sündenpfuhl, die sich während des Bombenalarms im Weltkrieg in den Untergrund der Pariser U-Bahn zurückziehen, wo in der Dunkelheit ihre Spiele nicht weniger interessant zu sein scheinen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Findet man aber Verständnis, so erweckt in uns die unmittelbare Antwort des Körpers, der sich nicht zurückzieht, sondern annähert, die Vorstellung, dass die, an die wir uns schweigend wenden, vorurteilsfrei und eher lasterhaften Neigungen unterworfen sind, eine Vorstellung, die eine Vermehrung des Glückes bedeutet, ohne weiteres die Frucht genießen zu können, ohne sie zuvor mit den Augen zu begehren und um Erlaubnis zu bitten. Die Dunkelheit dauert indessen an.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Die wiedergefundene Zeit&lt;/b&gt;, Bd. 3/3, S. 3900&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Verglichen mit dem harmlos-langweiligen &lt;a href=&quot;http://mtv.de/tv/shows/225667&quot;&gt;MTV Love is blind&lt;/a&gt; oder den weniger auf Gegenseitigkeit beruhenden &lt;a href=&quot;http://hbgr39.blogg.de/eintrag.php?id=65&quot;&gt;Grabschern in der Tokioter U-Bahn&lt;/a&gt; ist das, was die Herrschaften aus Jupiens eigens für Charlus und seine Neigungen eingerichtetem Hotel in der Pariser Metro und auch sonst so treiben aber sicherlich eine weniger stille Beschäftigung. Weiter enthalte ich mich jeden Kommentars...

&lt;hr /&gt;

We&apos;re among the guests of Jupien&apos;s hotel, the manifest Gomorrah, retreating to the Métro passages of Paris, way down, where the darkness doesn&apos;t seem to make their little games any less interesting...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Then there is the excuse of the darkness itself and of the mistakes it engenders if a bad reception is met with, but if on the contrary, there is the immediate response of a body which, instead of withdrawing, comes closer, the inference that the woman or the man approached is equally licentious and vicious, adds the additional thrill of being able to bite into the fruit without lusting after it with the eyes and without asking permission. And still the darkness continued.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Time regained&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Compared to the harmless-boring &lt;a &gt;MTV Love is blind&lt;/a&gt; or the less mutual &lt;a href=&quot;http://www.guardian.co.uk/japan/story/0,7369,1358190,00.html&quot;&gt;Tokyo subway groopers&lt;/a&gt; what the gentlemen from the hotel Jupien has opened especially for Charlus and his tendencies are doing here in the Metro or elsewhere, is certainly a less silent business. And I do refrain from any further comment...</description>
    <dc:creator>danielgruen</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 danielgruen</dc:rights>
    <dc:date>2008-01-01T20:11:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://proust.twoday.net/stories/4572022/">
    <title>Deadline</title>
    <link>http://proust.twoday.net/stories/4572022/</link>
    <description>&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Da meine Trägheit mir die Gewohnheit mitgeteilt hatte, meine Arbeit immer von einem Tag auf den folgenden zu verschieben, stellte ich mir zweifellos vor, es könne mit dem Tode ebenso sein. Warum sollte man Angst vor einer Kanone haben, die, wie man überzeugt ist, an diesem gleichen Tage einen nicht treffen wird?&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
--&lt;b&gt;Die wiedergefundene Zeit&lt;/b&gt;, Bd.3/3, S.3853&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Ich weiß nicht, wie es mit Ihnen ist, aber ich bin auch so ein großer Hinausschieber. Und jetzt, wo das Jahr zu Ende geht und ich Ihnen natürlich allen einen guten Rutsch uns so weiter und so fort wünsche, sollte man sich vielleicht vornehmen, nicht wahr, mit dieser unguten Angewohnheit doch einmal aufzuräumen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits, es ist ja nicht nur der Tod, den das Aufschieben für den einzelnen Tag erträglich macht. Mit der Arbeit ist es doch oft nicht viel anders. Wenn ich mir so überlege, was ich eigentlich alles machen müsste, gemacht haben müsste, machen haben müssen werde... eigentlich ist das ja nur mit einer gesunden Portion Aufschieberei zu überstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich schlage also folgenden Kompromiss vor: wir nehmen uns einfach vor, zum &lt;i&gt;nächsten&lt;/i&gt; Jahreswechsel dem Aufschieben abzuschwören.

&lt;hr /&gt;

&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Having got into the habit, through idleness, of postponing my work from day to day, I doubtless supposed death might deal in the same way with me. How could one be afraid of a shell which you are convinced will not strike you that day?&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
--&lt;b&gt;Time regained&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Now I don&apos;t know about you, but I also abandon myself to procrastination time and again. And now, that the year comes to an end and I of course wish you all a Happy New Year and so on and so forth it might seem fair to come to the New Year&apos;s resolution of, well, stopping that habit once and for all.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
On the other hand, it&apos;s not only death (and death would already be bad enough) witch is made bearable on the individual day by our constant procrastination tactics. Work, I suppose, is not so much a different matter here. If I only start to think about what I actually should do, should have done, or will have had to have done (if this is a correct tense) some day... in fact, procrastination might be the only means of ever being able to bear that burden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So what I propose is the following compromise: we all decide to make stopping procrastination our &lt;i&gt;next year&apos;s&lt;/i&gt; New Year&apos;s resolution...</description>
    <dc:creator>danielgruen</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 danielgruen</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-30T23:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://proust.twoday.net/stories/4563481/">
    <title>Alles ist relativ</title>
    <link>http://proust.twoday.net/stories/4563481/</link>
    <description>&lt;div class=&quot;moblog_text&quot;&gt;&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Da Madame Verdurin an Migräne litt, weil sie morgens keine Hörnchen mehr in ihren Milchkaffee tauchen konnte, hatte sie schließlich von Cottard ein Attest erlangt, das ihr gestattete, aus einem bestimmten Restaurant [...] solche kommen zu lassen. [...] Ihr erstes Hörnchen nahm sie an dem Morgen wieder zu sich, an dem die Zeitungen über den Untergang der &quot;Lusitania&quot; berichteten. Während sie nun das Hörnchen in den Milchkaffee tauchte und ihrer Zeitung leichte Stupse gab, damit sie sie aufgeschlagen halten konnte, ohne zum Umblättern die mit dem Eintauchen beschäftigte Hand zu benutzen, sagte sie: &quot;Wie grauenhaft! Das ist ja fürchterlicher als die entsetzlichsten Tragödien.&quot; Aber der Tod aller dieser Ertrunkenen musste ihr wohl doch auf ein Milliardstel seiner Größe reduziert erscheinen, denn während sie mit vollem Mund diese trostlosen Überlegungen anstellte, war der Ausdruck, der auf ihrem Gesicht lag und wahrscheinlich durch den Wohlgeschmack des Gebäcks darauf hervorgerufen wurde, das ihr so unschätzbare Dienste bei ihrer Migräne leistete, eher der eines sanften Behagens.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
--&lt;b&gt;Die wiedergefundene Zeit&lt;/b&gt;, Bd. 3/3, S. 3811&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Nicht dass zumindest Cottards Attest hier ein unerwartetes Nachleben erlebt (vgl. voriger Eintrag) ist bemerkenswert, vielmehr ist es die Beobachtung, dass es der Padrona schließlich trotz der Katastrophe im sowieso schon sehr beileidsintensiven Weltkrieg nicht gelingt, ihre Befriedigung ob des Croissants zurückzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ist es nicht wirklich so? Seien wir mal ehrlich. Kommen Sie umhin, auch nach den fürchterlichsten Nachrichten schließlich doch einer ganz gegenläufig munteren Bewegung Ihres Geistes folgen zu müssen? Ich glaube nicht, dass Sie sich ernsthaft dafür schämen müssten. Schließlich leben wir in einem ständigen Gleichgewicht der Regungen, und wenn es schon so etwas wie ein großes, andauerndes Glück nicht zu geben scheint, wie sollte dann ein Mitleid eine so absolute Dimension haben können? Außer in einem sehr deprimierten Universum vielleicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich jedenfalls muss zugeben, dass es nur sehr wenige Dinge gibt, die mich hinreichend beschäftigen, um nachhaltig gegen ein wirklich gutes Hörnchen ankommen zu können... und vielleicht ist das ja auch ganz gut so.

&lt;hr /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Mme Verdurin, who suffered from headaches on account of being unable to get croissants to dip into her coffee, had obtained an order from Cottard which enabled her to have them made in the restaurant mentioned earlier. [...] She started her first croissant again on the morning the papers an-announced the wreck of the Lusitania. Dipping it into her coffee, she arranged her newspaper so that it would stay open without her having to deprive her other hand of its function of dipping, and exclaimed with horror, How awful! Its more frightful than the most terrible tragedies. But those drowning people must have seemed to her reduced a thousand-fold, for, while she indulged in these saddening reflections, she was filling her mouth and the expression on her face, induced, one supposes, by the savour of the croissant, precious remedy for her headache, was rather that of placid satisfaction.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
--&lt;b&gt;Time regained&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Not only that Cottards order sees an unexpected after-life here (see previous entry) is remarkable, rather it is the observation of the &lt;i&gt;padrona&lt;/i&gt;&apos;s being unable to hold back her satisfaction due to the croissant despite this major catastrophe in the condolence-intensified times of the World War.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
But isn&apos;t this actually the case? Let&apos;s be honest for a minute. Can you avoid having to follow an opposite movement of happiness in your mind even after receiving the most horrible news? I do not think you would have to be seriously ashamed of that. After all, we seem to live in a steady equilibrium of emotions and if something like great, constant happiness does not exist, then why should compassion and sadness have such absolute dimensions? Well, maybe except for in a very depressed universe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I, for one, have to admit that there are very little things that occupy me sufficiently in order to keep beating a truly good piece of croissant... and maybe we should be very happy about that.&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>danielgruen</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 danielgruen</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-27T00:28:40Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://proust.twoday.net/stories/4563269/">
    <title>Abschied</title>
    <link>http://proust.twoday.net/stories/4563269/</link>
    <description>&lt;div class=&quot;moblog_text&quot;&gt;&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Cottard starb bald darauf -  &quot;das Antlitz dem Feinde zugewandt&quot;, sagten die Zeitungen, obwohl er niemals aus Paris herausgekommen war, vielmehr in Wirklichkeit sich in Anbetracht seines hohen Alters überanstrengt hatte, bald übrigens gefolgt von Monsieur Verdurin, dessen Tod einen einzigen Menschen betrübte, nämlich - wer hätte das gedacht? - Elstir.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
--&lt;b&gt;Die wiedergefundene Zeit&lt;/b&gt;, Bd. 3/3, S. 3807&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Für unseren armen Doktor ist es ja &lt;a href=&quot;http://proust.twoday.net/stories/2653268/&quot;&gt;nicht der erste&lt;/a&gt; Tod, den er da stirbt, aber sicher doch etwas tragisch und gewöhnungsbedürftig, er wird uns wohl fehlen in der großen Gala der Romanfiguren, die uns noch bevorsteht. Und der gute Verdurin, an den mir auf 3807 Seiten keine besonders glänzenden Erinnerungen entstanden sind, für ihn ist der Tod zwar ein Novum, die Wiederauferstehung dadurch aber nicht eben wahrscheinlicher (eher habe ich für Cottard noch Hoffnung...). Immerhin lebt Elstir noch, den ich kurzzeitig mit dem dahingeschiedenen Bergotte verwechselt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so ist das Jahresende, das bevorstehende, doch immer auch außer einem Neuanfang, einem dem ein Zauber innewohnt, ein Abschied. Bald, so hoffe ich, werde ich auch die Recherche durchlesen haben und kann nicht mehr auf die Frage &quot;was liest du denn gerade?&quot; mit einem leichten Seufzer und ausufernden Handbewegungen antworten. Aber so ist das nun mal, das soll uns nicht davon abschrecken, mit großen Schritten weiter einer berüchtigten Abendgesellschaft entgegenzueilen.

&lt;hr /&gt;

&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Cottard died with his face to the enemy the papers said, though he had never left Paris; the fact was he had been overworked for his time of life and he was followed shortly afterwards by M. Verdurin, whose death caused sorrow to one person onlywould one believe it?Elstir.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
--&lt;b&gt;Time regained&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
For the poor professor this &lt;a href=&quot;http://proust.twoday.net/stories/2653268/&quot;&gt;isn&apos;t even his first death&lt;/a&gt;, but still, I guess, is quite tragic and needs some getting used to. We&apos;ll probably be missing him for the great gala to come. Our old friend Verdurin, which hasn&apos;t left too many all-too-bright memories over the last 3807 pages for me, suffers from death for the first time in his life, but that doesn&apos;t make resurrection any more likely, I fear (I rather have some hope for Cottard...). At least Elstir&apos;s alive though not too well, whom I had temporarily confused with his passed-away fellow artist Bergotte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
And so the New Year&apos;s Eve ahead is apart from this magical new beginning just as much a kind of farewell. Soon, I should hope, I will have read through the whole of the Recherche and will no longer be able to reply to the question &quot;what book do you currently read?&quot; by casting a sigh and waving my hands in overflowing gestures. But that&apos;s just the way it is, it shall not keep us from further hastening towards the infamous soiree...&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>danielgruen</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 danielgruen</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-26T21:25:11Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://proust.twoday.net/stories/4561297/">
    <title>Höhe 307</title>
    <link>http://proust.twoday.net/stories/4561297/</link>
    <description>&lt;div class=&quot;moblog_text&quot;&gt;Bei seiner zweiten Rückkehr nach Paris erhält Marcel einen Brief seiner Jugendliebe Gilberte, die von ihrer Zeit im während des Ersten Weltkriegs von den Deutschen belagerten Tansonville schreibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Die Schlacht bei Méséglise hat mehr als acht Monate gewährt, die Deutschen haben dort mehr als sechshunderttausend Mann verloren, sie haben Méséglise zuerstört, aber nicht eingenommen. Der kleine Weg, den Sie so sehr liebten und den wir damals Weißdornweg nannten - Sie behaupteten damals, in der Kindheit hätten Sie sich dort in mich verliebt, während ich Ihnen doch unbedingt versichern kann, dass ich in Sie verliebt gewesen bin - hat eine so große Bedeutung erlangt, wie ich Ihnen gar nicht sagen kann; das riesige Kornfeld, an das er stößt, ist die berühmte Höhe 307, deren Namen Sie immer wieder im Tagesbefehl finden konnten. Die Franzosen haben die kleine Brücke über die Vivonne gesprengt, die, wie Sie sagten, Sie nicht ganz so sehr in Ihre Kindheit zurückgeführt hat, wie Sie es sich wünschten.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Die wiedergefundene Zeit&lt;/b&gt;, Bd. 3/3, S. 3787f&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Was ich zu diesem Abschnitt bemerken will ist nicht die Wandlung in Gilbertes Beschreibung ihres Aufbruchs aus Paris, der Proust an dieser Stelle wichtig ist, sondern der klare geografische Bezug, den der Autor hier schafft. Eine Höhe 307 gab es nämlich tatsächlich, und sie war im Ersten Weltkrieg aufgrund ihrer strategischen Bedeutung in der Schlacht von Verdun lange Zeit umkämpft. Tausende Soldaten mussten Sterben an diesem kleinen Hügel, nördlich des kleinen Ortes Ornes:

&lt;br /&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://maps.google.de/maps?f=q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;time=&amp;date=&amp;ttype=&amp;q=ornes&amp;sll=51.124213,10.546875&amp;sspn=11.5636,32.255859&amp;ie=UTF8&amp;ll=49.266348,5.479774&amp;spn=0.046934,0.125999&amp;t=h&amp;z=13&amp;om=1&amp;source=embed&quot; style=&quot;color:#0000FF;text-align:left&quot;&gt;Größere Kartenansicht&lt;/a&gt;&lt;/small&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast kann man die romantische Vivonne sich durch das Kornfeld schlängeln sehen. Nur zu traurig, dass der Ort durch eine so furchtbare Tragödie zu zweifelhaftem Ruhm gelangen musste.

&lt;hr /&gt;
Shortly after his second return to Paris, Marcel receives a letter from his early love Gilberte, who writes about her time in Tansonville under siege during WWI:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;The Battle of Méséglise lasted more than eight months, the Germans lost more than one hundred thousand men there, they destroyed Méséglise but they have not taken it. The little road you so loved, the one we called the stiff hawthorn climb, where you professed to be in love with me when you were a child, when all the time I was in love with you, I cannot tell you how important that position is. The great wheatfield in which it ended is the famous slope 307 the name you have so often seen recorded in the communiqués. The French blew up the little bridge over the Vivonne which, you remember, did not bring back your childhood to you as much as you would have liked.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Time regained&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
The point I&apos;d like to make here is not so much the difference in Gilberte&apos;s description of her departure from Paris, which seems to be of importance to Proust, but the clear geographic description the author here gives. There actually is a &apos;slope 307&apos; and there were heavy battles for it during the war due to its high strategic importance. Thousands of soldiers had to die on this slope, north of the little village Ornes in the vicinity of Verdun (see map above).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
You can nearly see the romantic river of Vivonne meander through the wheatfield. Too bad the place had to come to doubtable glory due to such a horrible tragedy.&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>danielgruen</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 danielgruen</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-25T14:32:11Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://proust.twoday.net/stories/4545759/">
    <title>Impressionismus</title>
    <link>http://proust.twoday.net/stories/4545759/</link>
    <description>&lt;div class=&quot;moblog_text&quot;&gt;Ich habe einige Stellen übersprungen, dich sicher genauso einer Erwähnung wert gewesen wären, um heute das folgende Credo der impressionistischen Literatur zu zitieren. Marcel hatte beim Lesen des Tagebuches der Goncourt schwer an seinen literatischen Fähigkeiten gezweifelt, die ihm so ungeeignet zur exakten Beschreibung der Abendgesellschaften schienen (was, frage ich Sie, ist denn dann exakt?). Bis...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Wenn ich außer dem Hause zu Abend aß, sah ich nicht die Tischgenossen, weil ich sie vielmehr, wenn ich sie zu betrachten meinte, im Grunde durchleuchtete. [...] Aber nahm das meinen Porträts, die ich ja doch gar nicht mal als solche ausgab, nun wohl jeden Wert? Muß auf dem Gebiet der Malerei das eine Bildnis etwa, das gewisse auf den Umriß, das Licht, die Bewegungen bezügliche Wahrheiten augenfällig macht, deshalb unbedingt einem anderen, ihm keineswegs ähnlichen der gleichen Person nachstehen, in dem tausend Einzelheiten, auf welche es selbst verzichtet hat, bis ins kleinste genau aufgezeichnet sind, einem zweiten Bildnis, aus dem man schließen kann, dass das Modell bezaubernd gewesen ist - während man es nach dem ersten für hässlich gehalten hatte - worin eine dokumentarische und sogar historische Wahrheit liegen mag, die aber nicht notwendigerweise auch künstlerische Wahrheit bedingen muss?&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Die wiedergefundene Zeit&lt;/b&gt;, Bd. 3/3, S.3736&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Die Antwort lautet natürlich nein. Aber liegt nicht auch in dem ersteren Bildnis eine dokumentarische Wahrheit, eine die sich nur einer naiven Betrachtung zunächst entzieht? Gerade dieser dahinterstehende Eindruck wird es sein, der uns nach weiteren 200 Seiten (wo ich gerade mit dem Lesen feststecke bis die Episoden hier im Blog aufgearbeitet sind) meine bisher ultimative Lieblingsbeobachtung der &lt;i&gt;Recherche&lt;/i&gt; bescheren wird (darum ist es auch nicht so schade, wenn ich diese jetzt zum vierten Mal aufs neue lese und mich nicht von ihr lösen kann).

&lt;hr /&gt;
I left out some parts that would certainly have been worth mentioning in order to today quote the following credo of impressionist literature. Marcel had, while reading the Goncourt diary, very much doubted his literary skills, which seemed so unfit to exactly describe the soirees Goncourt talks about (now what, if not Marcels description, is exact then, I ask). Until...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;I did not see the guests because when I thought I was observing them I was radiographing them. From that it resulted that in collating all the observations I had been able to make about the guests in the course of a dinner, the design of the lines traced by me would form a unity of psychological laws in which the interest pertaining to the discourse of a particular guest occupied no place whatever. But were my portraits denuded of all merit because I did not compose them merely as portraits? If in the domain of painting one portrait represents truths relative to volume, to light, to movement, does that necessarily make it inferior to another quite dissimilar portrait of the same person in which, a thousand details omitted in the first will be minutely related to each other, a second portrait from which it would be concluded that the model was beautiful while that of the first would be considered ugly, which might have a documentary and even historical importance but might not necessarily be an artistic truth.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Time Regained&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
The answer is, obviously, no. Doesn&apos;t there even lie in the former portrait a documentary truth, one which evades a first and naive observation? Exactly this profound impression it will be, that after some 200 pages (where I&apos;m currently stuck with reading until the episodes are posted here) allows us my up to this point ultimately favourite observation in the &lt;i&gt;Recherche&lt;/i&gt; (which is why it&apos;s not all too bad I&apos;m stuck and will read it for the fourth time before I can move on).&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>danielgruen</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 danielgruen</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-18T20:25:39Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://proust.twoday.net/stories/4496158/">
    <title>Temps Retrouvé</title>
    <link>http://proust.twoday.net/stories/4496158/</link>
    <description>&lt;div class=&quot;moblog_text&quot;&gt;Es scheint, nach einigem bedächtigen Abwarten, an der Zeit den alles bedeutenden, in langen Stunden der Lektüre herbeigesehnten, den alles umfassenden und magischen Schrein zu öffnen: &lt;i&gt;Die wiedergefundene Zeit&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Falls es sich nur wegen dieses Gefühls lohnen sollte, die &lt;i&gt;Recherche&lt;/i&gt; zu lesen, es würde sich doch gelohnt haben. Ich bin fast zu andächtig, ein Zitat auszusuchen. Wir befinden uns mit Marcel wieder auf dem Weg zwischen Combray und Méséglise. Gilberte spaziert mit uns:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Einmal, beim ersten Mal, sagte sie zu mir: &quot;Wenn Sie nicht zu großen Hunger hätten und es nicht so spät wäre, könnten wir, wenn wir diesen Weg zur Linken nehmen und uns dann erst nach rechts wenden, in weniger als einer Viertelstunde in Guermantes sein.&quot; Das war genauso, als hätte sie zu mir gesagt: &quot;Wenden Sie sich nach links, dann nach rechts, und Sie werden an das Unerreichbare rühren, an jene stes zurückweichenden Fernen, von denen man auf Erden immer nur die Richtung kennt.&quot;&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Die wiedergefundene Zeit&lt;/b&gt;, Bd. 3/3, S. 3699&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Aber manchmal ist es doch viel schöner, nicht den direkten Weg zu gehen, sondern einen beschaulichen Umweg zu machen. Nichtsdestoweniger -- Sie können versichert sein, die stets zurückweichenden Fernen der wiedergefundenen Zeit liegen direkt von uns und nach einer kleinen Wegbiegung erwartet uns Großes...

&lt;hr /&gt;

It seems, after some deliberate waiting, that it is time for us to open the ultimate, longed-for, all-mighty and magical shrine: &lt;i&gt;Time Regained&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
If it&apos;s only for this feeling that reading the &lt;i&gt;Recherche&lt;/i&gt; has any worth, it&apos;d still be worth it. I&apos;m nearly too devotional to pick a quote. In this one, we&apos;re with Marcel on the path between Combray and Méséglise. Gilberte is walking with us:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;I remember that, in the course of our conversations while we took these walks, she said things which often surprised me greatly. The first was: If you were not too hungry and if it was not so late, by taking this road to the left and then turning to the right, in less than a quarter of an hour we should be at Guermantes. It was as though she had said: Turn to the left, then the first turning on the right and you will touch the intangible, you will reach the inaccessibly remote tracts of which we never upon earth know anything but the direction.&quot;&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;The Fugitive&lt;/b&gt; (in the German translation, this is already part of &lt;i&gt;Time Regained&lt;/i&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Still, you will have to agree, there is also beauty in not taking the direct way but making a contemplative detour. Nonetheless -- you can be assured that the inaccessible remote tracts of time regained are lying directly ahead and that after a little turn we ought to find something wonderful.&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>danielgruen</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 danielgruen</dc:rights>
    <dc:date>2007-11-30T17:00:31Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://proust.twoday.net/stories/4400735/">
    <title>Sodom und Gomorrah reloaded</title>
    <link>http://proust.twoday.net/stories/4400735/</link>
    <description>&lt;div class=&quot;moblog_text&quot;&gt;&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Der Zweifel, den die Worte Aimés in mir zurückgelassen hatten, trübte die ganze Freundschaft, die zwischen uns in Balbec und Doncières bestanden hatte, und wiewohl ich jetzt nicht an Freundschaft glaubte und auch nicht daran, sie für Robert je wirklich empfunden zu haben, musste ich mir doch - wenn ich von neuem an die Geschichte von dem Liftboy und dem Restaurant dachte, in dem ich mit Saint-Loup und Rahel gefrühstückt hatte - ernstlich Mühe geben, den Tränen zu gebieten&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Die Entflohene&lt;/b&gt;, Bd. 3/3, S. 3693&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Mit diesem schlichten Satz endet die &lt;i&gt;Entflohene&lt;/i&gt; und mit ihr, so scheint es, die alte Freundschaft Marcels mit Saint-Loup. Was wir auf den Seiten davor erfahren, ist einigermaßen empörend: Odette, die Witwe Swanns, heiratet de Forcheville; ihre Tochter Gilberte Swann dagegen heiratet Saint-Loup und verleugnet ihre Herkunft bis zu dem Punkt, da man den Namen Swann in ihrer Gegenwart nicht mehr erwähnen, geschweige denn von ihm als ihrem Vater sprechen darf; als Konsequenz wird sie endlich vollständig in die Gesellschaft aufgenommen. Doch das junge Ehepaar hat sozusagen noch einige Leichen im Keller: Gilberte teilt die Neigungen Albertines, wodurch ein weiteres Muster in den Beziehungen Marcels in Erscheinung tritt, und Saint-Loup ist, naja, schwul. Aimé erzählt Marcel von seinen Liebesabenteuern in Balbec und Doncières und Marcel ist gleichermaßen verwundert wie erschüttert, an seinem vermeintlichen guten Freund so unerahnte Seiten entdecken zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Undurchschaubarkeit der Motive und Handlungen aller, auch der Marcel am vertrautensten scheinender Personen ist ein Grundmotiv des wiederum ereignisreichen Endes des Romans. Man legt ihn weg und ist betroffen - der Vorhang zu und alle Fragen offen. Aber noch nicht ganz zu, kann ich Sie trösten, es folgt der ultimative Schluss: &lt;i&gt;Die wiedergefundene Zeit&lt;/i&gt;...

&lt;hr /&gt;

&lt;cite&gt;&lt;i&gt;The doubt that Aimés words had left in my mind tarnished all our friendship at Balbec and Doncières, and albeit I did not believe in friendship, nor did I believe that I had ever felt any real friendship for Robert, when I thought about those stories of the lift-boy and of the restaurant in which I had had luncheon with Saint-Loup and Rachel, I was obliged to make an effort to restrain my tears.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;The Fugitive&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
With this humble sentence ends the Fugitive (at least in the German translation), and with it, as it seems, the old friendship between Marcel and Saint-Loup. What we get to know on the previous pages is somewhat appaling: Odette, Swann&apos;s widow, marries de Forcheville; her daughter Gilberte Swann in contrast marries Saint-Loup and denies her origin to the point where you are not allowed to mention the name Swann in her presence, let alone speak of him as her father; as a result she is finally fully accepted in society. But the young couple has something more up its sleeve: Gilberte shares Albertine&apos;s sexual tendencies and Saint-Loup is downright gay. Aimé tells Marcel about the latter&apos;s sexual adventures in Balbec and Doncières and Marcel is just as much surprised as he is shocked, to have to discover those unexpected tendencies on his seemingly good friend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
This kind of intransparency in motives and actions, even with people Marcel seemed to be most intimate with, is a leitmotif of this again very eventful closing part of the novel. You put it away and have to admit - the curtain&apos;s closed but all the questions still remain. But I can comfort you: what is to come is the ultimate ending, &lt;i&gt;Time regained&lt;/i&gt;.&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>danielgruen</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 danielgruen</dc:rights>
    <dc:date>2007-10-31T16:10:06Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://proust.twoday.net/stories/4395048/">
    <title>The Analysis of Mind</title>
    <link>http://proust.twoday.net/stories/4395048/</link>
    <description>&lt;div class=&quot;moblog_text&quot;&gt;&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Alles was uns unvergänglich scheit, strebt dem Untergang zu; [...] Die Erschaffung der Welt hat nicht am Anfang stattgefunden, sie findet alle &lt;br /&gt;
Tage statt.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Die Entflohene&lt;/b&gt;, Bd. 3/3, S. 3667&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Wenn Proust hier von den sich wandelnden Verhältnissen der Pariser Gesellschaft spricht, und gleichzeitig von der Unbeständigkeit unsere subjektiven Wahrnehmung, meint er etwas völlig anderes und dann doch auch wieder etwas ganz ähnliches wie Bertrand Russell in &lt;i&gt;The Analysis of Mind&lt;/i&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Es liegt keine logische Unmöglichkeit in der Hypothese, die Welt sei erst vor fünf Minuten entstanden, genau wie sie zu diesem Zeitpunkt war, mit Menschen, die sich an eine vollkommen unreale Vergangenheit &quot;erinnerten&quot;. Es gibt keine logisch notwendige Verbindung zwischen Ereignissen zu verschiedenen Zeitpunkten; daher kann nichts, das jetzt geschieht oder in der Zukunft geschehen wird, die Hypothese widerlegen, dass die Welt vor fünf Minuten entstanden sei.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Bertrand Russell, The Analysis of Mind, Lecture IX&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Und beide haben sie Recht, nicht wahr? Vielleicht sollten wir einfach dafür sorgen, dass die Welt, die gleich entstehen wird besser ist als jene, die schon fünf Minuten alt ist.

&lt;hr /&gt;

&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Everything that seems to us imperishable tends to destruction; [...] The creation of the world did not occur at the beginning of time, it occurs every day.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;The Fugitive&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
When Proust speaks of the changing conditions in Parisian society, and at the same time of the discontinuity of our subjective perception, he means something entirely different and then again something very alike to what Bertrand Russell speaks of in &lt;i&gt;The Analysis of Mind&lt;/i&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;There is no logical impossibility in the hypothesis that the world sprang into being five minutes ago, exactly as it then was, with a population that &quot;remembered&quot; a wholly unreal past. There is no logically necessary connection between events at different times; therefore nothing that is happening now or will happen in the future can disprove the hypothesis that the world began five minutes ago.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Bertrand Russell, The Analysis of Mind, Lecture IX&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
And both are right, aren&apos;t they? Maybe we should just make sure the world that is about to come into being is better than that which has been created just five minutes ago.&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>danielgruen</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 danielgruen</dc:rights>
    <dc:date>2007-10-29T23:40:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://proust.twoday.net/stories/4391535/">
    <title>Telegramm aus dem Jenseits II</title>
    <link>http://proust.twoday.net/stories/4391535/</link>
    <description>&lt;div class=&quot;moblog_text&quot;&gt;Soll ich den Knaller zünden? Marcel hatte in Venedig ein Telegramm erhalten, das von der vermeintlich toten Albertine zu stammen schien. Jetzt, im Zug nach Hause, liest er einen Brief Gilbertes, in dem sie ihre Vermählung mit Saint-Loup bekanntgibt. Und da...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Plötzlich spürte ich, wie in meinem Hirn eine Tatsache, die sich dort als Erinnerung festgesetzt hatte, ihren Platz verließ und ihn einer anderen abtrat. Die Depesche, die ich letzthin erhalten hatte und von der ich geglaubt hatte, sie sei von Albertine, diese Depesche stammte von Gilberte. Da die etwas gekünstelte Schrift Gilbertes vor allem darin bestand, dass, wenn sie eine Zeile schrieb, die T-Striche so weit in die darüberliegende Zeile gerieten, dass einzelne Wörter darin unterstrichen schienen, und die I-Punkte in solcher Höhe schwebten, dass sie die Sätze, die darüberstanden, willkürlich abteilten [...] war es ganz natürlich, dass der Angestellte des Telegraphenbüros die Schlingen der s oder y in der oberen Zeile als ein &quot;ine&quot; gelesen hatte, das sich dem Namen Gilberte anschloss. [...] Dass außerdem noch zwei oder drei Wörter falsch gelesen oder miteinander verwechselt waren [...] genügte, um die Einzelheiten meines Irrtums zu erklären [...]. Ein guter Teil von dem, was wir [...] mit ebensoviel Eigensinn wie Treuherzigkeit glauben, rührt von einer ersten Täuschung über die Voraussetzungen her.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Die Entflohene&lt;/b&gt;, Bd. 3/3, S. 3648f&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Das haben wir wohl dem schlampigen Telegraphenbüro von Venedig zu verdanken. Aber auch über Marcels Geisteszustand lässt die Verwechslung Schlüsse zu -- Albertine ist tot wie zuvor, aber ihr Geist spukt doch weiter durch seine Gedanken.

&lt;hr /&gt;

Marcel, while in Venice, had received a telegram, that seemed to be sent by the allegedly dead Albertine. Now, on the train back to France, he reads a letter from Gilberte, in which she announces her espousal with Saint-Loup. And suddenly...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;All of a sudden, I felt in my brain a fact which had installed itself there in the guise of a memory leave its place which it surrendered to another fact. The telegram that I had received a few days earlier, and had supposed to be from Albertine, was from Gilberte. As the somewhat laboured originality of Gilbertes handwriting consisted chiefly, when she wrote one line, in introducing into the line above the strokes of her t_s which appeared to be underlining the words, or the dots over her i_s which appeared to be punctuating the sentence above them [...] it was quite natural that the clerk who dispatched the telegram should have read the tail of an s or z in the line above as an -ine attached to the word Gilberte. [...] Add that, apart from this, two or three words had been misread, dovetailed into one another [...], and this was quite enough to explain the details of my error and was not even necessary. [...] A large part of what we believe to be true [...] with a persistence equalled only by our sincerity, springs from an original misconception of our premisses.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;The Fugitive&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Obviously, we owe all our bafflement to the sloppy Italian telegraphic service. But this also puts some light on Marcels state of mind -- Albertine&apos;s dead as ever, but her ghost still lingers on his mind.&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>danielgruen</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 danielgruen</dc:rights>
    <dc:date>2007-10-29T06:32:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://proust.twoday.net/stories/4385773/">
    <title>Impertinenter Stinker</title>
    <link>http://proust.twoday.net/stories/4385773/</link>
    <description>&lt;div class=&quot;moblog_text&quot;&gt;Der Titel ist ein Insider, aufgefallen ist mir nur dieses schöne Zitat. Es stammt ursprünglich von Marcels Großmutter, an die sich seine Mutter erinnert, am Bahnhof Venedigs wartend, während ihr Sohn - gelähmt wie trotzig - im Hotel ausharrt, wo er sich in den Kopf gesetzt hat noch bleiben zu wollen, da die Ankunft der Baronin Putbus mit Bediensteten (wer&apos;s gelesen hat, erinnert sich an ihre berüchtigte Jungfer) angesagt ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;&quot;Es ist merkwürdig, niemand kann zugleich so unerträglich und nett wie dieser Kleine sein.&quot;&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;Die Entflohene&lt;/b&gt;, Bd. 3/3, S. 3648&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Da ist wohl was dran. Und auch in manchen vorhergegangenen Längen der &lt;i&gt;Entflohenen&lt;/i&gt; könnte man das bonmot anwenden. Aber schließlich kommt Marcel ja doch, der Zug fährt nicht ohne ihn, während wir uns durch eine kurze letzte Episode der &lt;i&gt;Wiedergefundenen Zeit&lt;/i&gt; nähern.

&lt;hr /&gt;

The title&apos;s an insider joke, but what occured to me is this beautiful quote. It&apos;s originally been made by Marcel&apos;s grandmother, whom his mother remembers while waiting at Venice train station for her son, who - paralyzed and defiant at the same time - remains at the hotel, where he&apos;s planning to wait for baroness Putbus and her attendants (if you&apos;ve read it you will remember her infamous maid), whose upcoming arrival has been announced. Again, this particular sentence seems to be missing in Moncrief:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;&quot;It&apos;s odd, nobody can be so unbearable and at the same time so kind as this boy.&quot;&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
-- &lt;b&gt;The Fugitive&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
There&apos;s definitely a point to that. And you can apply this bonmot also to some lengthy episodes in &lt;i&gt;The Fugitive&lt;/i&gt;. But finally Marcel arrives, the train doesn&apos;t leave without him, while - through a short last chapter - we approach the &lt;i&gt;Time Regained&lt;/i&gt;.&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>danielgruen</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 danielgruen</dc:rights>
    <dc:date>2007-10-26T17:20:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://proust.twoday.net/stories/4381604/">
    <title>A la recherche des champs perdus</title>
    <link>http://proust.twoday.net/stories/4381604/</link>
    <description>&lt;div class=&quot;moblog_text&quot;&gt;Marcel versucht in den Straßen Venedigs einen besonders schönen Platz wiederzufinden, auf den er am vorigen Abend zufällig gestoßen war:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;Ich folgte den &quot;calli&quot;, die sich alle glichen und mir jeglichen Hinweis verweigerten, es sei denn, sie gaben ihn mir, um mich um so mehr in die Irre zu leiten. Manchmal weckte irgendein Indiz, das ich undeutlich zu erkennen glaubte, in mir die Hoffnung, ich werde den schön exilierten Campo in seiner Abgeschlossenheit, Einsamkeit und Stille dennoch wiederfinden. Im gleichen Augenblick aber brachte mich ein böser Genius in Gestalt einer neuen &quot;calle&quot; auf den Gedanken, meinem Instinkt entgegen umzukehren; plötzlich befand ich mich wieder am Canale Grande. Da aber zwischen der Erinnerung an einen Traum und der Erinnerung an eine Wirklichkeit kein großer Unterschied besteht, fragte ich mich schließlich, ob nicht während meines Schlafes in einem düsteren Stück venezianischen Kristalls der seltsamm verschwimmende Einschluss eines von romantischen Plätzen umgebenen Platzes mir erschienen und von mir in meine Mondscheinmeditationen hinübergenommen wäre.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
 -- &lt;b&gt;Die Entflohene&lt;/b&gt;, Bd. 3/3, S. 3642&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
Zum einen ist es hier das Phänomen der aussichtslosen Suche nach einem vergangenen Idealbild, welches an diesem Abschnitt begeisternd und auch für den Roman als Ganzes bezeichnend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber viel mehr noch weckt die Passage bei mir die Erinnerung an eine Zeit vor vielen Sommern, da ich selbst mit luzidem Träumen oder Klarträumen experimentierte. Ziel ist es dabei, im Traum sich über den Zustand des Träumens bewusst zu werden und daraufhin eine Form von Kontrolle über das Geschehen zu gewinnen. Tatsächlich ist so etwas nicht unbedingt schwierig, Mittel zum Zweck ist dabei jedoch eine tiefgreifende Verwirrung des Bewusstseins über seinen momentanen Zustand. Fragt man sich regelmäßig, ob man nicht vielleicht im Moment doch träumt, beginnt man irgendwann ernsthaft an der Welt um sich herum zu zweifeln. Nicht nur ist dies eine Form des skeptischen Traumarguments, es ist auch der Gemütszustand, in dem sich der Erzähler in dem Moment dieser Episode zu befinden scheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragt sich nur: warum hat er nicht auf einem Stadtplan nachgesehen?

&lt;hr /&gt;

Marcel tries to find the way through the streets of Venice back to a particularly beautiful square he had stumbled across the night before:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;&lt;i&gt;I followed calli which were exactly alike one another and refused to give me any information, except such as would lead me farther astray. Sometimes a vague landmark which I seemed to recognise led me to suppose that I was about to see appear, in its seclusion, solitude and silence, the beautiful exiled piazza. At that moment, some evil genie which had assumed the form of a fresh calle made me turn unconsciously from my course, and I found myself suddenly brought back to the Grand Canal. And as there is no great difference between the memory of a dream and the memory of a reality, I ended by asking myself whether it was not during my sleep that there had occurred in a dark patch of Venetian crystallisation that strange interruption which offered a vast piazza flanked by romantic palaces, to the meditative eye of the moon.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
 -- &lt;b&gt;The Fugitive&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
For one thing it&apos;s the phenomenon of a futile search for a lost ideal which is interesting here and also significant to the novel as a whole.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
But much more the passage inspires in me the memory of a time long ago, when I experimented with lucid dreaming. The aim of lucid dreaming is to gain consciousness about the state of dreaming while asleep and thus sort of control what&apos;s going on. In fact this is not overly difficult, the means employed, though, is a thorough confusion of your consciousness about your momentary state. Once you begin to wonder, on a regular basis, whether it might be possible that you&apos;re actually dreaming at the very moment, you inevitably begin to doubt the world around you. This is not only a form of the sceptical &quot;dream argument&quot;, also this seems to be the state of mind the narrator is in at the point of this episode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The only question is: why didn&apos;t he take a look on a city map?&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>danielgruen</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 danielgruen</dc:rights>
    <dc:date>2007-10-25T11:28:20Z</dc:date>
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